Psychosoziale Belastung am Arbeitsplatz
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Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen nehmen drastisch zu
Betrachtet man die häufigsten Diagnosen die zu Arbeitsunfähigkeit führen, dann belegen psychische Erkrankungen bereits den dritten Platz. Dabei ist die wesentliche Erkenntnis, dass es zu einer dramatischen Zunahme der Fehltage durch psychische Erkrankungen kommt. Wurden 2001 bundesweit noch  33,6 Millionen solcher Arbeitsunfähigkeitstage registriert, waren  es 2010 schon 53,5 Millionen.
Das hat zum einen mit der Bereitschaft zu tun, sich offener mit psychischen Erkrankungen auseinander zu setzen. Der Begriff "Burnout", der für eine besondere Belastungsstruktur steht, fungiert hier als sinnvoller Türöffner, um mit dem Hausarzt ins Gespräch zu kommen. Zum anderen nimmt aber die Stressbelastung am Arbeitsplatz zu.
Der Stressreport 2012 der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Baua) weist daraufhin, dass vor allem Multitasking und Leistungsdruck für eine Stresszunahme verantwortlich sind.

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  • Auszüge aus dem Stressreport der Baua
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    "... Leicht verschlechtert im Vergleich zu 2005/2006 haben sich allerdings die Indikatoren für die längerfristigen Stressfolgen bei den Beschäftigten, wie die Anzahl der Beschwerden und die subjektive Einschätzung des Gesundheitszustands. Dieses ist sowohl für die gesamte Stichprobe als auch innerhalb der Alterskohorten zu verzeichnen, so dass das gestiegene Durchschnittsalter der Erwerbstätigen alleine diese Veränderung nicht erklären kann. Wir können zeigen, dass diese Stressfolgen mit einschlägigen Belastungsfaktoren, wie beispielsweise Termin- und Leistungsdruck, einhergehen. Zudem treten Beschwerden dann häufiger, auf, wenn über nur wenige Ressourcen verfügt werden kann. Auch wenn eine Querschnittsuntersuchung solche Interpretationen nur in engen Grenzen erlaubt, kann vermutet werden, dass es sich bei diesen Beschwerden um langfristige Auswirkungen ungünstiger – physischer wie psychischer – Arbeitsbedingungen handelt. ..."

    "... Durch die Daten des vorliegenden Stressreports sehen wir insgesamt die Annahme bestätigt, dass die Bedeutung von psychischer Belastung für die Gestaltung menschengerechter Arbeit zugenommen hat. Dabei scheint es uns wichtig, dass förderliche Aspekte der Arbeit, wie Handlungsspielräume und soziale Unterstützung, ebenso berücksichtigt werden, wie potentiell schaÅNdigende Faktoren, wie hoher Termin- und Leistungsdruck und ständige Unterbrechungen bzw. Multitasking. ..."

    "... Einige psychische Anforderungen sind aber nach wie vor stark verbreitet.
    Spitzenreiter bei den Anforderungen aus Arbeitsinhalt und -organisation sind die Merkmale "verschiedenartige Arbeiten gleichzeitig betreuen" (im Folgenden auch Multitasking genannt), "starker Termin- und Leistungsdruck", "bei der Arbeit gestört, unterbrochen" (im Folgenden auch Arbeitsunterbrechungen genannt), "sehr schnell arbeiten müssen" sowie "ständig wiederkehrende Arbeitsvorgänge" (im Folgenden auch Monotonie genannt).
    Darüber hinaus ist festzustellen, dass sich die aus den Anforderungen resultierende subjektiv empfundene Belastung zwar ebenfalls überwiegend stabilisiert hat, doch bei einigen der Anforderungsspitzenreiter hat eben genau diese zugenommen, und zwar bei "starkem Termin- und Leistungsdruck" sowie bei "sehr schnell arbeiten müssen", ferner aber auch bei "detailliert vorgeschriebener Arbeitsdurchführung". Festzuhalten bleibt zudem, dass ein Viertel der Befragten Pausen ausfallen lässt und dies in mehr als einem Drittel der Fälle damit begründet, zu viel Arbeit zu haben. Dabei geben ca. ein Fünftel an, mengenmässig überfordert zu sein, und fast die Hälfte, dass Pausen nicht in den Arbeitsablauf passen. ..."

    "... Zugleich haben die im Zusammenhang mit der Arbeit häufig auftretenden gesundheitlichen Beschwerden überwiegend zugenommen. Und je mehr Beschwerden angegeben werden, desto höher fallen dabei auch die mit Arbeitsintensität assoziierten Anforderungswerte z. B. für "starken Termin- und Leistungsdruck" oder Multitasking aus. Gleichzeitig werden mit zunehmenden Beschwerden auch weniger Ressourcen angegeben. Dies gilt insbesondere für fehlende Hilfe und Unterstützung durch den direkten Vorgesetzten. Darüber hinaus wird auch mit steigenden Beschwerden ein Mehr an Stresszunahme und an fachlicher sowie mengenmässiger Überforderung berichtet. ..."
  • Situation im Gesundheitswesen
    Seit Mitte der 90iger Jahre wurde die Anzahl der Betten in bundesdeutschen Krankenhäusern mit 10-15% deutlich gesenkt. Gleichzeitig wurde auch die Verweildauer der Patienten um 25% gesenkt. Diese Verweildauersenkung war notwendig, weil gleichzeitig die Zahl der behandelten Fälle stieg.
    Der durch das Fallpauschalensystem ausgelöste wirtschaftliche Druck führte zu einer Kürzung des Personals. Hier war vorrangig die größte Berufsgruppe, die Pflege, mit -15% betroffen. Berücksichtigt man die Erhöhung der Pflegeintensität durch den demographischen Wandel und die verkürzte Verweildauer, so kommen Autoren zu einer Erhöhung der Fallbelastung der Pflege um 25% seit 1991. Der Druck auf die Administration ist erheblich gewachsen: wurden bis dato lediglich Kosten verwaltet, mussten zügig professionelle Wirtschafts- und Managementstrukturen aufgebaut werden. Die brachialen Arbeitsverhältnisse der Ärzte zur Zeit der Ärzteschwemme in den 90iger Jahren mit regelhaften 80-Stunden-Wochen in einem streng hierarchischen System haben zu einem dramatischen Wandel im Bereich der Medizin geführt. Die Erzwingung der Einhaltung der Arbeitsschutzgesetze führte zu einer Halbierung der ärztlichen Arbeitszeit, was eine massive Nachfrage nach Ärzten nach sich zog. Heute ist es leicht eine Stelle als Arzt in einem Krankenhaus zu finden. Auch der Umgangston hat sich gebessert. Gleichzeitig hat sich aber die Stresssituation in der täglichen Arbeit kaum geändert. Heute finden wir sehr heterogen organisierte Organisationssysteme mit Brüchen zwischen EDV, Papier und fehlenden Regelungen.
    Die von der Baua genannten Stressfaktoren sind im Krankenhausbetrieb "ganz vorne mit dabei":
    - Multitasking: verschiedenartige Arbeiten gleichzeitig betreuen
    - starker Termin- und Leistungsdruck
    - bei der Arbeit gestört und unterbrochen werden
    - sehr schnell arbeiten müssen
    - ständig wiederkehrende Arbeitsvorgänge haben.
    Hierbei sind die enormen emotionalen Belastungen bei gleichzeitiger Notwendigkeit eines permanent wertschätzenden Kundenkontaktes noch nicht erwähnt. Es gibt Untersuchungen, die auf ein potenzielles Burnout-Risiko von fast 40% der Beschäftigen hinweisen.
    Professionelle Instrumente wie Supervision, Coaching, Führungsseminare, Personalentwicklung etc. sucht man meist vergeblich.